Exkursion Moore im Landschaftsmosaik 2022:

SoSe 2022

The Mo(o)re You Know…

Im Rahmen einer Lehrveranstaltung besuchten Studierende des Bachelorstudienganges Geographie Moore in Schrems, Heidenreichstein und Harbach. Mit dieser zweitägigen Exkursion sollte den Studierenden neben den Grundlagen vor allem die Probleme und der Schutz von Mooren vermittelt werden. Dafür stand am ersten Tag eine Führung durch die Naturparke Hochmoor Schrems und Heidenreichsteiner Moor an. Neben dieser äußerst lehrreichen Führung, welche die Besonderheiten der Waldviertler Moore, aber auch deren Gefährdung sowie die Instandhaltung dieser zum Thema hatte, standen Würstelgrillen und Moorstapfen auf dem Programm.

Die Moore in Schrems und Heidenreichstein liegen im FFH-Gebiet Waldviertler Teich-, Heide und Moorlandschaft und sind Teil der RAMSAR-Konvention, welche den Schutz bedeutender Feuchtgebiete zum Ziel hat. Entstanden sind die Waldviertler Moore nach der letzten Eiszeit als sich Senken mit Niederschlagswasser gefüllt und sich so Feuchtgebiete gebildet haben. Aufgrund der hohen Feuchtigkeit und der sauren sowie sauerstoffarmen Bedingungen haben sich speziell angepasste Pflanzen wie Torfmoose oder Sauergräser an diesen Standorten angesiedelt. Sie tragen zur Bildung von Torf bei, indem sie in die Höhe wachsen und nach unten hin absterben. Übersteigt die Torfschicht eine Mächtigkeit von 30cm, spricht man von einem Moor. Aufgrund der speziellen Bedingungen wird das abgestorbene organische Material nur sehr langsam und unvollständig zersetzt. Somit werden die Pflanzen, welche durch den Kohlenstoff aus der Atmosphäre Biomasse aufbauen, lange Zeit konserviert. Bei der Entnahme von Proben mit dem Moorbohrer war dies für die Studierenden gut anhand von kaum zersetzten Holzstücken oder Pflanzenresten erkennbar. Als Kohlenstoffsenke spielen Moore damit eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf, weshalb sie heutzutage oftmals unter Naturschutz stehen.

In den letzten Jahrhunderten wurde in den Mooren des Waldviertels Torf abgebaut. Dies hat dazu geführt, dass die meisten Moore stark beeinträchtigt sind. Auch die veränderten klimatischen Bedingungen, allen voran die Niederschlagsverteilung, setzen den Feuchtgebieten stark zu. Im Waldviertel ist man daher bemüht, Moorflächen zu erhalten und zu renaturieren. Hierfür werden beispielsweise Dämme errichtet, die verhindern sollen, dass die Moore weiter austrocknen. Für den Erhalt dieser wichtigen Naturräume bedarf es also einer intensiven Pflege, die von Angehörigen des Naturparks Hochmoor Schrems und des Naturparks Heidenreichsteiner-Moor sowie Freiwilligen übernommen wird.

Auch am zweiten Tag fanden sich die Studierenden im Naturpark Hochmoor Schrems wieder, ehe es nach einem Besuch eines Moores in Harbach sowie anschließender Erfrischung bei der „Moor-Bar“ zurück nach Wien ging und damit eine lehrreiche Exkursion ein Ende fand. 

Exkursion in Bildern

(c) David Schubert 2022

 

 

Eindrücke aus dem Moor