Projekt PRINCESS ("Peatland Rewetting In Nitrogen-Contaminated Environments")

Ausbringung der Messkammern  an den Forschungsstandorten während einer Feldkampagne Anfang April 2021 © Kathatina Laage

Ausbringung der Messkammern an den Forschungsstandorten während einer Feldkampagne Anfang April 2021 © Kathatina Laage

Studienstandorte mit hohem Stickstoffgehalt werden von Rohrkolben (Typha latifolia) dominiert. © Stephan Glatzel

Studienstandorte mit hohem Stickstoffgehalt werden von Rohrkolben (Typha latifolia) dominiert. © Stephan Glatzel

Ein überwiegend von Seggen dominiertes Moor in Drentse Aa, Holland. © Kyle Boodoo

Ein überwiegend von Seggen dominiertes Moor in Drentse Aa, Holland. © Kyle Boodoo

Kann die Wiedervernässung entwässerter, stickstoffbelasteter Moore die EU-weiten Treibhausgasemissionen reduzieren und die Biodiversität von Feuchtgebieten verbessern? 

Moore machen 2,5 % aller landwirtschaftlichen Flächen in der EU aus, aber ~ 25 % der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen (THG) und ~ 5 % der gesamten EU-weiten THG-Emissionen. Es hat sich gezeigt, dass die Wiedervernässung von Mooren die Emissionen von Kohlendioxid (CO2) und Lachgas (N2O), den häufigsten bzw. stärksten Treibhausgasen, reduzieren oder sogar umkehren kann. Die Forscher des PRINCESS-Projekts (Peatland Rewetting In Nitrogen-Contaminated Environments) untersuchen Möglichkeiten, diese Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig die Stickstoff (N)-Verschmutzung zu verringern und die Biodiversität von Feuchtgebieten in zuvor entwässerten Mooren wiederherzustellen.

Die Reduzierung der THG-Emissionen von landwirtschaftlichen Moorflächen ist jedoch nicht so einfach, da die Wiedervernässung die Produktion eines anderen potenten THGs - Methan (CH4) - potenziell erhöhen kann, insbesondere unter bestimmten Umweltbedingungen, wie z. B. einem hohen Stickstoffgehalt im Boden, der typischerweise in fruchtbaren Paludikultur-Umgebungen auftritt. Die Wiedervernässung kann auch die Art der Pflanzen, die angebaut werden können, sowie die Produktivität und das Einkommen der an der Paludikultur beteiligten Personen einschränken. Daher suchen die Wissenschaftler des PRINCESS-Projekts nach einer Möglichkeit, sowohl die Treibhausgasemissionen als auch den Stickstoffgehalt in diesen Torfgebieten zu reduzieren, ohne dabei das Einkommen und die Lebensgrundlage der in der Paludikultur tätigen Personen wesentlich zu beeinträchtigen.

An PRINCESS arbeitet ein vielfältiges Team von EU-Wissenschaftlern von der Uni. Wien, Uni. Greifswald, Uni. Antwerpen, Uni. Warschau, Norwegian Institute of Bioeconomy Research (NIBIO) und Luonnonvarakeskus (LUKE) zusammen. In der Studie wird der Einfluss unterschiedlicher Stickstoff- und Wassergehalte sowie Umweltparameter auf die Treibhausgas (THG)-Emissionen von feuchten land- und forstwirtschaftlichen Mooren (Paludikultur) sowie von natürlichen Standorten in der EU (Polen, Deutschland und Niederlande) untersucht.

Die Untersuchungen der Arbeitsgruppe Geoökologie der Uni. Wien (S. Glatzel, K. Boodoo, & K. Fischer) konzentrieren sich auf die Messung der THG-Emissionen im Feld und die Vorhersage der THG-Emissionsmengen unter verschiedenen Stickstoff- und Wasserstandsszenarien. Die Überwachung der THG-Emissionen aus den untersuchten Mooren zusammen mit einer Reihe von Klima- und Bodenparametern über einen Zeitraum von zwei Jahren wird es den Forschern ermöglichen, die THG-Emissionen zu modellieren und die Auswirkungen der Wiedervernässung von Mooren unter verschiedenen Wiedervernässungs-, N-Niveau- und Klimaszenarien zu bestimmen. Zu diesem Zweck wird das Team große Gasflusskammern verwenden, die über den Seggen/Röhrichten im Moor platziert werden und direkt die Rate der THG-Emissionen in die Atmosphäre messen. Ein solches Verständnis würde die Manipulation von Paludikultur- und Feuchtgebietsmanagement-Methoden ermöglichen, um die THG-Emissionen zu reduzieren und das Hauptziel des Projekts zu erreichen - die Reduzierung der EU-weiten THG-Emissionen aus Mooren.

Projektzeitraum: ab 01.01.2021 (3 Jahre)

Projektpartner: Uni. Vienna, Austria (S. Glatzel, K. Boodoo); Uni. Greifswald, Germany; Uni. Antwerp, Belgium; Uni. Warsaw, Poland; Norwegian Institute of Bioeconomy Research (NIBIO), Norway; Luonnonvarakeskus (LUKE), Finland

Projekthomepage: www.princess-project.com

Finanziert durch: FWF (BiodivClim ERA-NET COFUND Action on Biodiversity and Climate Change)